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die Gegend oder auch Wie mag es Flossie wohl
gehen? 1. Teil: Wir fahren zum Benevenagh |
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Wo die Bishops Road die Küstenstraße trifft |
Weiter
gehts - ohne Ersatzrad, mit einem
verbeulten Dach, horngroßen Strukturveränderungen links und
rechts, einem Border Collie der anfängt zu bereuen, dass er ein
Hütehund ist
und einem Lamm, das mit seltsamen Verdauungsstörungen geboren
wurde.
Lough Foyle glänz zur Rechten - halb verdeckt von einer Eisenbahnböschung - links sind die Klippen Benevenaghs. Verschiedene Wohnhäuser - manche gemütlich, andere vermurkst - verstecken sich unten am Berg. Man wundert sich, wie sie die fallenden Felsbrocken und - möglicherweise - selbstmörderische Schafe vermeiden können. Einige Wasserfälle rauschen von den senkrechten Klüften und geben der vernachlässigten Landschaft dennoch Schönheit. |
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Wir
überqueren die Eisenbahnlinie - entkommen
gerade noch einem schnellen Zug, der von einem fluchenden Fahrer
gefahren wird - und bewundern den Golfplatz, der sich zwischen uns und
dem Lough ausbreitet.
Glücklicherweise sind beide Fenster des
Wagens offen, so dass der Golfball, der von rechts hereinsaust, nur meine Brille poliert, bevor er durchs andere
Fenster verschwindet. Außerdem hat Meg nun die
sauberste Nase in ganz Ulster. Nur unser Mittagessen wurde beschädigt.
Tudor - ein hochtrainierter Torwart - schnappte nach
dem Geschoss, aber vergebens. Statt dessen bekam er ein Maul voll Flossie, aber weiter
wurde nichts beschädigt: Heute haben wir eigentlich nichts als gutes Glück. |
Die Coleraine - Londonderry Eisenbahn |
Der Strand von Benone mit Mussenden Tempel im Hintergrund
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Wir sind nun am 'Benone Strand und Touristenkomplex' angekommen. Der Stadtrat ist sehr stolz auf diese Anlage und
man bietet allerlei Vergnügungen für Familie und Kind. Es gibt sogar einen Golfübungsplatz, wo man lernen kann, wie man am elegantesten an fahrenden Autos vorbeischießt. Der Berufsgolfspieler scheint heute allerdings Ausgang zu haben. Eine europäische 'Blaue Fahne' flattert am Strandeingang. Kann es sein, dass sie nur den Stränden verliehen wird, die eine höhere Verkehrsdichte als die Hauptstraße von Brüssel haben? |
| Es
herrscht hier Hochbetrieb und wir ziehen uns hastig
zurück, ehe der Hauptverkehr nichts mehr von uns übrig
lässt. Die blaue Fahne ist ein Witz: - dieser Ort braucht eine
rot-weiß karierte Flagge. Es scheint, dass Liebhaber der
ungestörten Natur hier nichts zu suchen
haben und ihr angeschlagenes Auto woandershin schaffen müssen.
Wir entschließen uns, das Getümmel von der anderen Seite des Loughs zu betrachten und fahren in Richtung Fähre.Wir biegen rechts ab und sind bald auf der Straße zum Magilligan Point - die Spitze der Halbinsel von Magilligan. Dies war einmal ein Militärgelände und die Überbleibsel der alten Betonbunker verzieren die Dünen noch immer. |
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Die
Armee benutzt noch immer einen
Schießstand, den
wir rechts sehen können, aber glücklicherweise schießen
sie heute nicht. Nach dem abgestürzten Segelflugzeug, der
Chaoswelle und dem irrflügigen Golfball ist ein Kugelhagel dass
Letzte, das wir uns wünschen! Da das Militär noch Besitzer der Umgebung ist, sind die wilden Tiere und Pflanzen hier sehr gut erhalten. Aber natürlich hat dies auch seine Kehrseite: vor uns ragt das Zuchthaus von Magilligan. Dieses Kunstwerk der Architektur ist so hässlich, dass jegliche Beschreibung ein Kompliment wäre - tun wir es also nicht. Man sagt, dass es bald geschlossen werden soll. Ich nehme an, dass das nicht früh genug für die Sträflinge geschehen kann. Wir vergeuden ein bisschen Zeit damit, nach verdächtig aussehenden Gestalten zu spähen, die in gestreiften Anzügen durch die Gegend fliehen - doch vergebens. Man sollte doch wirklich meinen, dass sie ab und zu mal die Gatter offen lassen würden. |
Die Straße zum Magilligan Point |
Blick zurück nach Nordirland |
Bis jetzt hatten wir wenig Verkehr, aber
plötzlich
begegnen wir zahlreichen Autos - das ist ja schlimmer als am
Strand von Benone. Es ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die
Fähre
angelegt hat, denn das kleine Schiff kann nur ungefähr
dreißig
Autos tragen und die brauchen nicht lange um herunter zu rollen. Es
wird Zeit uns zu beeilen, denn der Kapitän des Bootes hat es immer
so eilig. Ich gebe Gas und wir rasen durch die scharfen
engen Kurven. Verschiedenerlei Metallstücke
fliegen vom Auto ab und kreischen in die Böschung - aber whr
braucht die denn schon? Die Fähre will gerade ablegen, aber sie warten noch bis wir uns an Bord quetschen. Wir kaufen ein Ticket und genießen die Reise - welche fabelhaft ist. Hinter uns, an der nordirischen Küste sehen wir den Martello Turm. Er hätte wahrscheinlich geholfen, Napoleon zu besiegen, wenn man ihn nur etwas früher erbaut hätte. Auf der Donagal Seite sehen wir Greencastle mit seiner Burg - sie ist grün - und einen zweiten Martello Turm. Sie können viel mehr über diese historischen Bauwerke lernen, wenn Sie diesem link nachfahren. |
| Die
Kreuzfahrt dauert nur fünfzehn Minuten und wir erreichen bald den
Hafen von Greencastle. Hier liegt eine große
Fischereiflotte vor Anker. Einige der Boote werden gerade repariert -
andere haben so viele rostige Löcher, Beulen und Kratzer, sie
sehen
so aus wie die Russische Marine an einem sehr schlechten - oder wie
unser
Auto an einem sehr guten - Tag. Man
muss vermuten, dass die hiesigen Reparaturhelden die größten
Optimisten der Welt sind. Entweder das, oder sie kommen alle aus Irland! Wie Donner kracht die Fähre auf das Land wir rollen ab, ein Parkplatz ist zur Hand. Flossie sieht rastlos aus und muss wahrscheinlich wieder Gassi gehen. Glücklicherweise passt ihr Tudors Halsband - wir binden einen kleine Strick daran und wandern mit ihr hinüber auf das Gras. Flossie greift sofort einen Abfalleimer an und fängt ein gieriges Fressen an. Mir wird es ganz hungrig zumute. |
Die Greencasteler Fischereiflotte |
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Unglücklicherweise ist Flossies Riesenhunger nur eine schlaue List,
um uns auf die falsche Spur zu bringen, denn sie springt
plötzlich hoch in die klare Luft, kickt ihre Lammshaxen gegen alles, was sie hinter sich vermutet und saust mit
überraschender Geschwindigkeit und viel Lärm
vorwärts. Das Stückchen Leine, das sie zu kontrollieren suchte, ist nicht mehr. Wir hören ein triumphales 'Bäääääh', das von einem noch lauteren 'T H U M P' gefolgt wird. Flossie raste genau in die Beine eines verblüfft aussehenden Mannes, der gerade auf uns zu kommt. Er schnappt sie fachmännisch beim Kragen und nähert sich mit einer solch offiziösen Gangart, dass wir nichts Gutes erwarten können. Er trägt eine Uniform die mit " " (G R E N Z B E A M T E R) in großen, unsichtbaren Buchstaben, beschrieben ist. |
Greencastle von der grünen Burg aus gesehen |
"Sir: gehört dieses arme Vieh Ihnen?" fragt er mit einer gefährlich
höflichen Stimme, die die unhörbare Phrase "Jetzt Geht Es Dir An Den Kragen, Sir!" an
jedes andere Wort hängt. Er schluckt das, ohne mit den Wimpern zu zucken. "Haben Sie einen Einfuhrschein für dieses Tier, Sir?" Warum können einem Beamte immer wieder mit
dummen Fragen,
zu denen es keine leichten Antworten gibt, durcheinander bringen - und warum
nennen sie einen immer 'Sir', wenn sie es tun? "Nein, Herr Offizier. Ich wusste gar nicht, dass
wir einen brauchen". |
| Nach einigem schnellen Nachdenken plädiere ich hinterlistig: "Wenn Sie sie uns zurückgeben,
können wir alle mit der nächsten Fähre einfach wieder nach Hause fahren!" "Sir. Sind sie denn im Besitz eines Ausfuhrscheines für dieses Tier, Sir?" Schon wieder am Boden zerstört! Wir müssen ein 'Tierisches Ergebungsformular' unterschreiben und Flossie dem hungrig aussehenden Beamten übergeben, der sich schon seine Lippen leckt, während er in Richtung Zollbüro wandert. Als er an unserem Auto vorbeikommt, nimmt er etwas aus dem Laderaum und ruft fröhlich: "Sie brauchen doch sicher diesen Strauch Rosmarin nicht mehr, Sir!?" "Nehmen Sie das Zeug und möge Sie der Teufel holen" antworte ich erschöpft. |
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Er wendet sich um und blickt in Richtung
Anlegestelle.
Die Fähre hat abgelegt, statt dessen kriecht ein tropfender
Traktor mühsam aus dem Wasser, gesteuert von einem Mann,
der eine feuchte, uns wohlbekannte, Uniform trägt. Wasser
strömt
von Mann und Maschine und fließt in allen Richtungen davon. "War mit dem U-Boot alles in Ordnung , Willie?" ruft Flossies Fänger dem Neuankömmling zu, der sein Fahrzeug angehalten hat und öliges Wasser aus einem großen Werkzeugkasten schüttet. "Ach ja doch" erwidert der U-Bootinspekteur und spuckt gerade genug Wasser aus, um dieser verdächtigen Geschichte etwas Glaubwürdigkeit zu verleihen, "einer von den alten Torpedos sieht ein bisschen murksig aus, aber sonst ist der Job a good'un." Die Unterhaltungen in dieser Gegend grenzen an
das Unglaubliche! |
U-Boot Willie, und sein Unterwasserinspektionsfahrzeug |
Benevenagh und Lough Foyle |
Wir sind
allmählich sehr hungrig geworden und entschließen uns,
endlich unser Picknick - hier und sofort - zu essen. Schon wieder reingelegt! Flossie ist da schon vor uns dran gewesen und hat alles aufgefressen - sogar die Kunststoff-Löffel. Es bleibt uns nur noch übrig, auf die nächste Fähre zu warten, um dann mit knurrenden Mägen und klapperndem Auto nach Hause zu fahren. |