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Diese kleine Einleitung dient nur, um das hiesige
Gleichgewicht
der Mächte zu erklären. Old Tudor hasste den
Briefträger aus aller Seele, aber er war klug genug, ihn nicht zu
beißen. Sobald der Feind sich näherte, räumte Tudor das
Feld bis zum Briefkasten - verteidigte aber den Rest des Gebietes
mit seinem Leben. Ein lautes Bellen verkündete der Welt, was er tun
würde, sollte es zu einer Grenzüberschreitung kommen. Dieser ungeschriebene Vertrag wurde von beiden Mächten streng eingehalten - bis auf einmal ein neuer Mann den Job übernahm. Er war viel jünger und hatte seinen eigenen, schlauen Trick entwickelt - er bekämpfte Feuer mit Feuer, denn er wurde immer von seinem eigenen Hund begleitet, ein großes braunes Tier - Nachkomme einer langen Reihe frei denkender Eltern und unzähligen Rassen. Während der Mensch die Briefe einwarf, raste der Hund durch den Garten wie ein Verrückter, hinterließ zahlreiche flüssige Beleidigungen an wichtigen Stellen des Gebietes, und floh dann mit beachtenswerter Geschwindigkeit durch eine Lücke in der Hecke. |
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Am Anfang wurde Tudor total überrumpelt.
Er konnte die
Frechheit des fremden Hundes nicht begreifen, fing aber bald an ihm
nachzustellen, sobald der sich sehen lies. Der Posthund war aber so
schnell wie tausend Gazellen und entkam immer durch unsere
löcherige Hecke. Während der nächsten Tage wiederholte sich
dieses kleine Spiel jeden Morgen und ich merkte, dass Tudor mit jedem
Tag
um ein paar Grad frustrierter wurde. Er verbrachte den ganzen Morgen
damit, auf der Lauer zu liegen, und sobald der Hund erschien, ihm
nachzujagen. Es half aber alles nichts, der Posthund war zu schnell,
denn sobald Tudor ihm zu nahe kam piff ich, und er musste zu mir kommen
und den Feind widerstrebend entkommen lassen. Dann kam der große Tag! Der Postbote
erschien um
zehn, sein Hund raste wie üblich durch den Garten, ich rief Tudor
zurück, um ihn vor einer Mordanklage zu schützen, und der
vierbeinige Feind rannte in Richtung Hecke und die Sicherheit der
dahinter liegenden Gasse. Aber diese Mal blieb er stecken! Sein Kopf
war in Sicherheit, aber sein Hinterteil war noch immer in unseren
Garten - Hintern, Schwanz wild krabbelnde Beine und was sonst noch. Dies
war zu viel für Tudor! Eine solche Gelegenheit kann man einfach
nicht verpassen. Er rannte in Richtung Hecke mit dem Maul voll
Erwartung schon weit offen. Je näher er dem zappelnden Ziel kam,
um so weiter öffnete sich der Rachen und er glich dem riesigen
Haifisch in einem berühmten Film. Ich glaube, ich sah sogar Feuer
und Rauch herauskommen! Ein letzter Sprung, er griff den Posthund beim
Hinterteil und schloss die Zähne mit einem befriedigenden
'schnapp'. Tudor war nicht die Art von Hund, der ums Leben willen
hängen bleibt. Nein, er spuckte ein paar Kilo Haare aus und biss
wieder zu. Dies wurde von einem Schreckensschrei der
Gassenhälfte des Hundes gefolgt.Wie oft Tudor zum beißen kam,
weiß ich nicht mehr, aber der Gegner hatte schon fast eine Glatze. Ich fluchte, Tudor knurrte wie ein Wolf,
der
Briefträger beschwerte sich mit lauter Stimmer, der Briefhund
schrie 'jaiks' mit noch lauterer Stimme und, mit der extra Energie, die
alle Kreaturen haben, wenn es ihnen an den Kragen geht, brachte es
endlich fertig durch die Hecke zu krabbeln. Beide Hunde verließen
den Tatort total erschöpft - Tudor mit einem Maul voll Fell,
hochgehaltenen Schanz und einem triumphalen Ausdruck im Gesicht - der
Posthund mit weit weniger Zuversicht. Am nächsten Tag zur gleich Zeit kam der
Briefträger allein - der Hund war weit und breit nicht zu sehen. |
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Hundsgeschichten
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Eine stachelige Geschichte
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