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Im Jahre 1794 im Verlauf der Kriege, die der Französischen
Revolution folgten, versuchte eine kleine britische Flotte einen
starken Turm in der Nähe von Kap Mortella auf Korsika zu erobern.
Das war schwieriger, als sie gedacht hatten, weil der Turm sehr klug
gebaut worden war - kreisrund und aus festen Steinen mit flachem Dach
von dem eine Kanone die Umgebung beherrschte. Die Schiffe wurden leicht
in Schach gehalten und der Turm wurde erst nach zwei Tagen vom Land aus
erobert. Als Napoleon, berühmtes Kind dieser Insel wieder einmal
im europäischen Topf zu rühren begann, erinnerten sich die
Engländer an diesen starken Turm und bauten mehrere Dutzend Kopien
an den Küsten von Kent und Sussex. Sprachbegabt wie immer nannten
sie die Türme Martello Towers - weil der erste in der Nähe
von Mortella gefunden worden war.
Der Turm in Magilligan wurde erst am Ende des Krieges in 1812 erbaut
und ist einer der nördlichsten Martello Türme in Irland.
Ursprünglich befand sich eine 24-Pfünder-Kanone auf dem Dach,
die mit Hilfe einer kreisförmig angelegten Schiene mit
Zentralpfosten in alle Richtungen schießen konnte. Der Turm wurde
über einer starken Quelle gebaut, so dass er einer langen
Belagerung widerstehen konnte.
Unterhalb des flachen Daches lebte die Besatzung und weiter unten wurde
die Munition gelagert. Ein ähnlicher Turm ist gegenüber in
Greencastle am anderen Ufer des Loughs zu sehen. (Links oder oben im Bild)
Die Sandsteinblöcke des Turmes kamen vom Ballyharrigan Steinbruch in
Bovevagh und er ist sehr gut gebaut. Man sagt, dass seine Mauern mehr als drei
Meter dick sind und er ist auch gut erhalten. Im Moment wird allerdings der Eingang
repariert. Der Turm steht inmitten einer herrlichen Landschaft mit Sicht auf den golden
Strand von Benone und den nahen Atlantik, sowie auf Greencastle und die Berge Donegals.
Man sollte annehmen, dass dieses Fleckchen Erden ein
Touristenparadies sei - ist es aber nicht. Unglücklicherweise
umgeben den Turm auf der Landseite riesige Schießstände der
Armee und das Magilligan Gefängnis, ein häßlicher
dunkel aussehender Bau. Im Augenblick wird an einer Anlegestelle
für eine Autofähre gebaut, die Magilligan mit Greencastle
verbinden wird. Das wird den Einwohnern von Limavady eine Rundfahrt von
mehr als 56km ersparen und entkommenen Häftlingen ein brandneues
Fluchterlebnis bescheren.
Vor kurzem war ich in der Lage, das Innere des Turmes zu sehen. Der Turm wird restauriert
und einige freundliche Arbeiter bringen die starken Mauern wieder auf Hochglanz.
Die Mauern sind wirklich so dick wie man glaubte, denn die
Wendeltreppe die vom Mannschaftsraum zum Dach führt, ist innerhalb
der Außenmauer angelegt worden. Sollten einige meiner Leser
versuchen wollen, den Turm einzunehmen, sollten sie ihre Kanone auf einen
Punkt links vom Eingang richten - da ist die Treppe und die Mauer
muß ja dünn sein. Ein Glück dass Napoleon
Bonaparte das nicht wußte.
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