| Aus der Jugendzeit Die untigen Sachen sind nun über 40 Jahre alt! |
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Der Ma(h)ler |
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Ein Müller, nach dem Abendmahl, der mahlte um die Wett' mit einem Maler, Schmales schmal, der Maler ein Duett. Der Müller hielt nicht viel davon von schmaler Malerei - und auch dem Maler wurde schon das Malen Einerlei. Drum sprach zum Müll der Malersmann: Der Müller lobte diese Wahl, |
Bald ward's dem Müller wärmelich Nun mahlte er mal Schmales schmal, Mahnmalig
mahlte der Maler, |
Der Hund |
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Der Hund steht gähnend auf drei Beinen
das Vierte kratzt mit Wut
und mit Erfolg, so will's mir scheinen den Bauch, den das tut gut. Er senkt das Bein, er gähnt, besinnt sich bejault den Floh im Chor, er hebt das Bein und sehr empfindlich kratzt er sich hinterm Ohr. |
Er senkt das Bein, er gähnt und plötzlich
- ich weiß es klingt absurd - kratzt er sich ausführ- und ergötzlich die braune Hundefurt Wie dieser Hund, genußvoll sündlich mit seinem Hinterlauf, den braunen Hintern beinah' stündlich gekratzt hat, fiel mir auf. |
Der Kanal |
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Ein stilles Dorf, vom Wasserspiegel
ein Einiges zu weit entfernt. Ein Rathaus, dessen Dach von Ziegel, ein Schulgebäude wo man lernt; und rings umher im trautem Kreise, da hat man sinnvoll konstruiert in alter, hergebrachter Weise zwei Dutzend Häuser - numeriert. In diesem Ort, romantisch stille, da geh' ich manches Manchemal aus einer unbekannten Grille zu jenem schweigenden Kanal, der duldsam und zu jeder Stunde, die lauen Wasser flohbehüpft, aus einem rätselhaften Grunde den Dorfplatz mit dem See verknüpft. |
Hier sitz' ich oft im Herbst und rahme
in seine dunkelgraue Flut, das Bildnis jener holden Dame, die schnell wie er versumpfen tut. Im Frühling, wenn die Sonne häufig, hat Mancher hier 'ne schöne Zeit Des Sonntags ist's oft gegenläufig: der Pfarrer flucht der Sinnlichkeit. Im Sommer, wenn die Kirschen blühen in ihrer himmlisch blauen Pracht, wenn Forscher sich herbeibemühen, und sinnen wie die Kirsch' das macht, wenn Alle nach Italjen fahren und Opa mal Chianti trinkt, gleicht der Kanal den ob'gen Scharen: Er sonnt sich, er wird braun und stinkt. |
Zypernprobleme |
| Grinsend
zeigt der Türke der Wache Hellas' den Vogel. Stauned erblickt's der Soldat der Vereinten Nationen (Nicosia, Oktober 1967) |
Touristik 67 |
| Ich
lag in Pyramidenräumen in Nassers Morgenland. Dort wollte bleiben ich und träumen vom heissen Wüstensand. Ich blieb genau drei volle Tage auf dem Studjenposten, dann trieb mich fort die achte Plage: Krieg im Nahen Osten. Ich floh nach Zypern, wollte bleiben, hier tat mir niemand weh, man kann sich schön die Zeit vertreiben mit Trick-Track und Kaffee. |
Doch
nach acht Wochen sanfter Brisen machte mir so eine der sogenannten Zypernkrisen wieder lang die Beine. Was bleibt mir noch? Ich bin gekommen als harmlose Gestalt hab' mir das Beste vorgenommen und fand doch nur Gewalt. (Nicosia, November 1967) |
Feuerzangen Gedanken |
| Rotheißer
Wein, mit Rum vermischt hat schon von jeher aufgefrischt. Er schnenkt uns Kraft, gibt Seelenruh darum o Mensch, drückt dich ein Schuh und kannst du hier auf dieser Erden, zum Beispiel nicht recht glücklich werden, weil um dich rum und überall Mitmenschen sind kein Ausnahmsfall, die dich nicht lieben, sondern stören und nie auf deinen Ratschlag hören. Wenn dir die hohe Politik Migräne zeuget im Genick, wenn dir das Vietnam - Ami - Chaos so wurscht ist wie zum Beispiel Laos, wenn dir der Autos Gasgestank, wenn dir dein Familienzank, kurz - wenn dir Alles und noch mehr zum Halse raushängt doppelschwehr, dann lass' das Stammtischmeckern sein und ruh dich aus mit Rum und Wein. |
Du
gießt das Zeug dir in die Kehle und durch die Kehle in die Seele. Die Wärme zieht in deinen Magen, es öffnet sich der Knopf am Kragen und du entspannst, bist froh und frei und alle Menschen, einerlei of sie nun Juden oder Christen, ob Demokraten, Kommunisten, sie alle können dich mal froh wie eh'mals Götz von Sowieso wenn du der Welt bei Rum und Wein vergnügt vergibst daß sie gemein. (Ulm, Oktober 1963) |
Pusch 2 |
| Es
war in einer Seemannsbar und Jimmy, der ein Seemann war, der saß mit Jim, der ebenfalls ein Seemann war bis rauf zum Hals, in einer Ecke, steuerbord der Einstiegsluke zum Abort. Sie tranken fröhlichst einen Punsch, den man gebracht auf JimmysWunsch. sie rauchten, fluchten, kauten auch wie es seit Noah Seemannsbrauch und waren bald und hoch entzückt und sprechend dieser Welt entrückt. |
Man
sprach von Sport, von Religion, vom Seemannslos, vom kargen Lohn, von Schiller und von Steuerkrisen, von hoher See und sanften Brisen, von Frauen die man mal geliebt: kurzum - von allem was es gibt. Und als ihr Geld vertrunken war da hatten sie, besoffen, klar, die Problematik dieser Welt bemerkt, begriffen, festgestellt (Nicosia, November 1967) |
An Harald B. |
| Zwei
Menschen schrieben auf Papier: "Wie, lieber Mitmensch, geht es Dir?" und gruben dann und feilten stumm an dem Gedankengut herum, das ihrem Hirn in stetem Fluß entströmte und entströmen muß. Sie tauschten so jahrein jahraus bedeutende Gedanken aus und beide trachteten danach zu ändern, was der And're sprach. |
Es
schrieben sie manch' schönen Brief, intelligent und geistig tief und gaben manchen guten Rat, wann wie und was man tut und tat. Geändert hat sich nichts - und doch die beiden schreiben immer noch. Nicosia, März 1968) |
Die bewältigte Vergangenheit |
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Er kam zur Welt nach vierzig Wochen,
die Eltern waren reich und wenn er einmal was verbrochen erbleichte er sogleich. Er war der Liebling seiner Lehrer
Auch später blieb er erste Klasse,
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Ein Raucher ist er nie gewesen,
nahm eine blonde Frau, tat nie des Nachts im Bette lesen und war auch sonst genau. Er hatte, als er starb nach Jahren, noch volles weißes Haar. Und niemand hat es je erfahren was wo und wie er war. |
Der Tanz |
| Seht
ihr mich tanzen am Sternenzelt? Lachend und singend, tanzend und springend, torkelnd und trunken göttlich gesunken, dreh ich mich - oder dreht sich die Welt? Geister in nasser Schattengestalt lauern und schleichen näher. Sie weichen. Biegen sich nieder, wimmern die Glieder: "Tanzt Geister, tanzt." Doch die bleiben kalt. |
Seht
ihr nicht Feuer - brennendes Licht? Blutrot blühendes, glutlos glühendes, niemals endendes geisterblendendes Licht? Seh'n sie es? Ha, ich seh es nicht. Die letzten Schritte, malerisch wild . . . Brausend un brummend, sausend und summend, krächzend und zitternd ächzend und zitternd, tanzt nun mein Kopf, allein - welch ein Bild! (Nicosia, März 1968) |
| Traum am Meer |
| Seht Ich saß am Meer es sprach und rief. Das Meer ost tief und tiefe Furcht drang in mein Herz. Ich sah ein Heer, verwelkt und bleich. Das Meer ist reich, das Meer ist reich and Tod und Schmerz. Ich springe auf, mich zieht das Meer zum Totenheer, das weined tanzt an seinem Rand. In schnellem Lauf ereich' ich's fast - das Bild verblasst und weinend liege ich im Sand. |
Es war ein Traum, ich bin erwacht. Das Meer - es lacht und lachend laufe ich zum Strand. Des Meeres Schaum so geisterbleich im Schattenreich spielt freundlich nun mit meiner Hand. (Ballycastle, Januar 1966) |